Femmes Fontaines - Squirten im Porno

Femmes Fontaines - Squirten im Porno

Kann ich squirten lernen?

Von  Auri
Meterweites Abspritzen aus der Vagina - ist Squirting im Porno echt oder gefaked? Das hat Auri die Pornostars Aische Pervers und Ana Lingus gefragt. Außerdem erfährst du, wie es mit ihrem Squirt-Workshop weiterging.

Salut Sex! Folge #02

Auf meiner bisherigen Recherchereise habe ich mit vielen coolen Expert*innen über die weibliche Ejakulation sprechen dürfen. Das hier ist der zweite Teil der Episode rund um das Thema "Weibliche Ejakulation". Wenn du den ersten Teil noch nicht gehört hast, starte am besten dort!

Buchtipps für diese Folge

  • Von der Uni zum Erotikstar von Aische Pervers

Squirtworkshops

  • Kann ich squirten lernen?
    Femmes Fontaines - Squirten im Porno

Squirten lernen muss kein Mensch, der nicht möchte

Ich… hab es trotzdem versucht - und einen Squirt-Workshop in Berlin gemacht. Dabei hat mir die Squirt- und Tantralahrerin Kamala Mara erklärt, woher die Flüssigkeit kommt und wie sie abgespritzt werden kann (auch das hörst du im ersten Teil, der oben verlinkt ist). Kamala Mara hat mir gezeigt, wie ich mich zum Squirten bringen kann - dazu später noch mehr.

Jetzt sprechen wir zuerst mit zwei Femmes Fontaines, die beruflich squirten

Die Pornodarstellerinnen Aische Pervers und Ana Lingus habe ich das gefragt, was wir uns alle fragen bei Squirting-Pornos: IST DAS GEFAKED ODER ECHT?

"Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das authentisch faken kann. Beim Sex zu pinkeln: super schwer!" - Ana Lingus

Ana Lingus ist seit ungefähr drei Jahren im Pornobusiness. Zusammen mit ihrem festen Partner dreht sie selbst Amateurpornos und ist Camgirl. Sie erzählt mir, dass zumindest bei ihren Drehs mit anderen Pornodarstellerin sicher niemand bisher Squirting gefaked hat. Wie alle meine Interviewpartner*innen habe ich auch sie gefragt, wie ihre erste Berührung mit dem Thema Squirten war. Und Ana hat mir erzählt: sehr natürlich und recht früh im Teenie-Alter - so mit 13, 14 Jahren:

"Es kam mir sehr natürlich - beim Orgasmus dachte ich mir: 'Ich möchte jetzt das und das machen und dann kam einfach Flüssigkeit mit raus'. Ich hab's erstmal nicht realisiert, dass das dieses Squirting ist, von dem alle reden. Aber später habe ich es dann damit verbunden." - Ana Lingus

Heute ist Squirten für sie sehr einfach - sie könne bei fast jedem Orgamus squirten, wenn sie gleichzeitig Stimulation auf dem G-Punkt hat. Es sei auch nicht so schwierig, wie man das denken könnte - fast schon zu leicht:

In einer Camsession ist es ihr schonmal passiert, dass sie den Laptop ausgesquirtet hat! 

"Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Es ist super angenehm, sich fallen zu lassen und ganz viel zu squirten. Aber das darf ich meistens nicht, denn hier sind überall Steckdosen, da muss ich mich immer zurückhalten. Aber ja, ich habe auch schonmal meinen Laptop ausgesquirtet." - Ana Lingus 

Ich habe das Gefühl, dass es einige mehr Squirt-Pornos gibt, als noch vor ein paar Jahren.

Statistiken dazu gibt es leider nicht. Ana Lingus hat allerdings eine ähnliche Einschätzung. Zum Thema habe ich mir noch eine zweite Meinung eingeholt und zwar von dem Pornostar schlechthin: Aische Pervers. Sie ist seit über 15 Jahren im Porno-Business und darüber hinaus bekannt - vielleicht kennt der*die ein*e oder andere Aische Pervers aus Das Supertalent, Deutschland sucht den Superstar, X-Diaries, Frauentausch oder anderen Formaten. Sie ist Moderatorin, Sängerin, Laienschauspielerin und eine der bekanntesten Pornodarstellerinnen in Deutschland. Und auch sie squirtet in ihren Camshows. Aber das war nicht immer so:

"Was lustig ist: Ich war lange der Überzeugung, dass es Squirten nicht gibt. [...] Und habe es selbst lange mit Urin gefaked. Bis ich es eines Tages einfach so in einer Camshow gemacht habe. Das erste Mal. Live." - Aische Pervers

Einfach so mitten in einer Camshow gesquirtet. Vielen Dank an Aische Pervers und Ana Lingus für den Einblick in die Pornobranche - beide sind sich einig: bei den allermeisten ist es echt.

Wir gehen nun aber weg von den Profis zurück zu einer echten Amateurin - zu mir.

Und meinem Squirt-Workshop. Ich selbst habe bisher noch nie gesquirtet und für Salut Sex! ein Selbstexperiment gemacht: Kann ich squirten lernen? Was erlebe ich dabei an mir? Für dieses Unterfangen habe ich Hilfe bekommen - von Kamala Mara. Sie ist Tantra- und Liebeslehrerin, gibt unter anderem auch Squirt-Workshops. Du hast sie bereits im ersten Teil gehört. Da hat sie auch gesagt, dass es sehr unwahrscheinlich sei, gleich beim ersten Squirt-Versuch den Durchbruch zu haben und gleich abzuspritzen, wie wir es in Pornos sehen. Es sei eher wie ein Etappenlauf, mit vielen kleinen Learnings, bis Mensch mit Vagina zum Ziel kommt. Und Etappe 1 heißt: G-Fläche erkunden! In den allermeisten Fällen ist es jene, die stimuliert werden muss, wenn man Squirten will. In der ersten Sitzung, die ich mit Kamala Mara habe, werden wir also die G-Fläche erkunden. Einfach, weil sie in meiner Sexualität nicht die große Rolle spielt und ich mich sehr wenig mit ihr auseinandergesetzt habe. 

Ich liege also untenrum nackt auf einer beheizten Decke im Seminarraum.

Das Zimmer ist in orange-rotem Licht gehüllt, ich liege auf weichen Kissen und neben mir kniet Kamala Mara. Sie hat ein Glas mit warmem Kokosöl aufgemacht und reibt - mit massierenden Bewegungen - damit meinen Venushügel und meine Oberschenkel ein. Diese Ausgänge haben wir auch schon im ersten Teil angesprochen: Um die Harnröhre herum befinden sich kleine Ausgänge, die mit der Skene-Drüse, der weiblichen Prostata, verbunden sind. Aus diesen Ausgängen kommt die Ejakulationsflüssigkeit raus, also die Flüssigkeit, die wir verspritzen, wenn wir denn spritzen. Ich habe es in diesem Workshop nicht geschafft zu spritzen. Was ja auch eh sehr unwahrscheinlich gewesen wäre. Laut Mara ist meine G-Fläche jetzt aber aufgeweckt worden. Ich kann sagen, dass ich sie jetzt besser verorten kann und weiß, wie es sich anfühlt und kann es alleine weiter üben. 

Wir beenden den Workshop also. Mara zieht ihre Finger aus meiner Vagina zurück, ich ziehe mich wieder an und die Stimmung ist sehr gelassen - Mara fragt mich, ob ich noch Squirt-Geräusche für die Reportage möchte. Da sage ich Podcasterin natürlich nicht nein, zu ein paar authentischen Squirt-Audios! Ich bin noch ein bisschen baff von diesem freien Angebot, als Mara und ich also den Platz tauschen. Sie geht auf die Decke, macht es sich gemütlich im Fersensitz und ich sitze ihr gegenüber; immer noch ein bisschen verblüfft mit dem Mikro in der Hand. 

Mara fängt an, sich zu fingern... und nach nicht mal 20 Sekunden passiert's: Aus ihrer Vagina spritzt klare Flüssigkeit auf die Decke. 

Mara wirkt sehr ausgelassen und ich merke: Es war kein großes Ding für sie, das jetzt vor mir zu tun und wahrscheinlich auch vor anderen Workshop-Teilnehmer*innen nicht. Und das war irgendwie das Schönste dran: dass es einfach kein großes Ding war. Dass es was Schönes, aber was ganz Normales war. Und ich glaube, davon möchte ich mir eine Scheibe abschneiden.

Vielleicht können auch wir alle das von Mara lernen: Einige Dinge in unserer Sexualität lockerer nehmen, damit sie wir auch freier erkunden - frei von Scham. Wenn wir nämlich auch Dinge wie aus Versehen beim Sex zu pinkeln, einfach lockerer nehmen, dann können sie auch ganz schnell ihren Schrecken verlieren. 

Das war ehrlich gesagt mein größtes Learning auf dieser Recherchereise. Ganz egal, dass ich jetzt nicht gleich squirten gelernt habe - noch nicht...



Salut Sex! Liebesgrüße aus der Tabuzone gibt es alle zwei Wochen dienstags auf egoFM und überall, wo es Podcasts gibt.

Die nächste Episode erscheint am 16. Mai 2023. In der wird es dann um Kinky Partys gehen!

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