Geballtes Wissen zum Thema Frankreich

Geballtes Wissen zum Thema Frankreich

Die egoFM Themenwoche

Von  Jule Fleischmann
Frankreich feiert am 14. Juli die Fête nationale


Alles zum Wochenthema Frankreich

Die ganze Woche geht es bei egoFM um das Thema Vive la france! Wir sprechen mit Dr. Florence Gauzy-Krieger. Sie kann uns beantworten, warum der Präsident so viel Macht hat, weshalb Frankreich politisch oft ganz anders funktioniert als Deutschland und was wir vielleicht sogar voneinander lernen können. Außerdem haben wir das Deutsch-Französische Jugendwerk zu Gast. Es wird um Liebe und Frankreichs größte Musiker*innen gehen.


La musique et l‘amour

Der Spatz aus Frankreich – Édith Piaf

Kaum eine Stimme steht so sehr für Frankreich wie die von Édith Piaf. Ihre Karriere beginnt auf den Straßen von Paris, wo sie als Kind gemeinsam mit ihrem Vater auftritt – er mit Zirkusnummern, sie mit Gesang. Aus dem Straßenkind wird "La Môme Piaf", der kleine Spatz und später Édith Piaf. Ihre Lieder erzählen fast ausschließlich von der Liebe – vom Finden, Verlieren und dem Schmerz dazwischen. Besonders prägend: ihre Beziehung zum Boxer Marcel Cerdan, dessen tragischer Tod sie völlig aus der Bahn wirft und Songs wie "Hymne à l’amour" noch intensiver macht. Piaf singt nie einfach nur – sie lebt jede Zeile.


Der Provokateur – Serge Gainsbourg

Serge Gainsbourg ist weniger Sänger als Kunstfigur – ein Mann, der sich selbst neu erfindet und dabei ständig Grenzen verschiebt. Aus dem schüchternen Lucien Ginsburg wird ein Musiker, der mit Tabus spielt und genau damit berühmt wird. Sein wohl legendärster Lebensabschnitt: die Affäre mit Brigitte Bardot, die ihn bittet, das „schönste Liebeslied der Welt“ zu schreiben. Das Ergebnis sorgt für Skandale – "Je t’aime… moi non plus" wird später mit Jane Birkin weltberühmt. Gainsbourg liebt die Provokation und schafft Songs, die gleichzeitig elegant und unangenehm direkt sind.


Die schüchterne Ikone – Françoise Hardy

Françoise Hardy wird Anfang der 60er quasi über Nacht zum Star – mit einem Song, der das Lebensgefühl einer ganzen Generation einfängt: "Tous les garçons et les filles". Ihre Wirkung liegt nicht nur in der Musik, sondern auch in ihrer Ausstrahlung: zurückhaltend, melancholisch, fast unnahbar. Während andere laut sind, bleibt sie leise – und genau das macht sie so faszinierend. Internationale Stars liegen ihr zu Füßen: Bob Dylan schreibt ihr Liebesbriefe, Mick Jagger schwärmt von ihr. Hardy selbst bleibt dabei stets distanziert, fast beobachtend – vom Singen bis hin zum Modeln und sogar zum Schauspiel war sie ein Multitalent.


Der Erzähler – Charles Aznavour

Charles Aznavour wird 1924 als Sohn armenischer Eltern geboren, die 1915 vor dem Völkermord nach Frankreich geflohen sind. Die Bühne wird ihm quasi in die Wiege gelegt: mit elf im Theater fängt er an Theater zu spielen.
Die Musik kommt erst später, fast durch Zufall. Édith Piaf wird auf ihn aufmerksam und nimmt ihn mit auf ihre USA-Tournee. Trotz Kritik an seiner Stimme und seinem Aussehen schafft er sich seinen Platz im Chanson. Die 60er werden zu seiner großen Zeit: Aznavour denkt international, lernt Sprachen im Selbststudium und singt auch deutsche Chansons. Parallel zu seinen musikalischen Erfolgen steht Aznavour vor der Kamera: Über 80 Filme dreht er im Laufe seines Lebens. Im Jahr 2009 leiht er seine Stimme auch der Figur Carl Fredricksen, dem grimmigen Opa aus dem Pixar-Film Oben.
  • Édith Piaf
    Der Spatz aus Frankreich
  • Serge Gainsbourg
    Der Provokateur
  • Françoise Hardy
    Die schüchterne Ikone
  • Charles Aznavour
    Der Erzähler

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