Es braucht Gesetzesänderungen bei digitaler sexualisierter Gewalt, das fordert jetzt eine Petition. Wir sprechen mit einer der Initiatorinnen.
"Männliche Gewalt gegen Frauen ist ein Männerproblem."
Seitdem Collien Fernandes mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen ist, ist die Debatte um die konsequente Bestrafung von digitaler Gewalt gegen Frauen hochgekocht. Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen sexualisierte Gewalt vor. Unter anderem soll er jahrelang in ihrem Namen mit Fake-Profilen mit anderen Männern gechattet, Telefonsex gehabt und mithilfe von künstlicher Intelligenz pornografische Deepfake-Videos von ihr erstellt und an viele Männer verschickt haben.Seitdem gibt es viel Solidarität für Collien Fernandes.
Auch gestern fand eine Demo in Hamburg statt. Auch Collien Fernandes selbst war mit schusssicherer Weste vor Ort, da sie im Vorfeld Morddrohungen bekommen hatte. Die Demonstrierenden wollen ihre Solidarität zeigen und fordern Veränderung. Denn in Deutschland gibt es Gesetzeslücken, die eine Initiative aus mehr als 250 Frauen aus Kultur, Politik und Wirtschaft auch in einem offenen Brief an die Bundesregierung kritisiert. Mehr als 280.000 Menschen haben die Petition bisher (Stand 27.03.2026) unterschrieben. Kristina Lunz, Aktivistin und Expertin für feministische Politik, ist eine der Mitinitiatorinnen des offenen Briefs und erklärt die Kernforderungen des offenen Briefs und der Petition.Anlass für den offenen Brief: Die bisherigen Straftatbestände in Deutschland sind nicht ausreichend, um Betroffene vor digitaler sexualisierter Gewalt zu schützen.
An erster Stelle fordert der Brief die konsequente Verfolgung und Durchsetzbarkeit von Strafen gegen sexualisierte Gewalt im Netz. Also dass das Erstellen und Verbreiten von nicht-einvernehmlichen sexualisierten Deepfakes, wie im Fall Collien Fernandes, strafbar wird in Deutschland. Bisher ist es das nämlich nicht."Die Antwort ist erschütternd. Aktuell ist die Herstellung sowie die Verbreitung von sexualisierten nicht-einvernehmlichen Deepfakes in Deutschland nicht strafbar." – Kristina Lunz
Das ganze Interview mit Kristina Lunz kannst du hier hören:


Artikel teilen: