Hauptcharaktere aus dem Weg! Das sind unsere liebsten Sidekicks.
Robin aus Batman
Batman, ein düsterer, monologisierender Held, dem man nur phasenweise Sympathien entgegenbringen kann. Schon 1941 war den Autoren des Comics klar: Die Fledermaus braucht einen positiv besetzten Ansprechpartner, der selbst banalsten Dingen einen gewissen Überschwang abgewinnen kann. Vor allem durch die Batman Fernsehserie aus den Sechzigern wird Robin endgültig zur unverzichtbaren Nebenfigur, der von Batman väterliche Gefühle und Lebensweisheiten entgegengebracht werden. Zu Beginn seiner Comickarriere erst zehn Jahre alt wird seine Figur im Laufe der Jahrzehnte erwachsener und durchläuft dabei auch eine charakterliche Metamorphose. Anfangs noch ein Waisenjunge, der von Bruce Wayne unter seine Fittiche genommen wird, kommt Robin auch auf die schiefe Bahn und entwickelt sich zwischenzeitlich sogar zu Batmans Gegenspieler. Kein Wunder, wenn man dauernd gemaßregelt wird. Das Geheimnis guter Sidekicks: Sie machen ihre Helden menschlich. Ohne Robin wäre Bruce Wayne alias Batman wohl nur ein reicher Mann mit schweren psychischen Problemen.
Walter Sobchak aus The Big Lebowski
Einer der besten Filme aller Zeiten verdient auch eine der besten Nebenfiguren aller Zeiten. In The Big Lebowski spielt Walter Sobchak die Rolle des Bowlingkumpels des Dude. Und bereits nach wenigen Minuten wird klar: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Walter — gespielt von John Goodman — ist laut, unberechenbar, rechthaberisch und permanent kurz vor der Eskalation. Während der Dude alles einfach passieren lässt, würde Walter gerne die Kontrolle behalten – und wird dabei gerne zur unguided missile. Sogar, wenn es sich nur um Bowling handelt. Walter ist weit mehr als nur Nebenfigur. Denn jederzeit muss man Angst haben, dass er die Situation komplett zum Entgleisen bringt. Durch einen Wutausbruch. Eine Waffe. Oder irgendeine völlig absurde Idee. Die wohl legendärste Szene des Films spielt an der Pazifikküste. Walter verabschiedet den verstorbenen Donny mit einer pathetischen Rede und verteilt dessen Asche anschließend direkt ins Gesicht des Dude. Walter Sobchak – eine der gelungensten Nebenfiguren aller Zeiten, vor allem wenn er die Fakten zugunsten eigener Überzeugungen ablehnt.
Dr. Watson aus Sherlock Holmes
Sherlock Holmes - zweifellos der größte Detektiv der Welt, zumindest der Literarischen. Ein brillantes Genie, aber zugleich arrogant, kalt und zwischenmenschlich kaum erträglich. Wesenszüge, die einen Anspielpartner erfordern. Dr. Watson sucht als Arzt und Kriegsheimkehrer aber nicht nur eine Unterkunft, sondern auch menschlichen Anschluss. Ein Umstand, der ihn über Holmes menschliche Schwächen hinwegsehen und auch seine Überheblichkeit ertragen lässt.Viele Verfilmungen degradieren Watson lange Zeit nur zum trotteligen Assistenten. Doch in den Romanen von Arthur Conan Doyle erscheint Watson als gebildeter Mann mit sozialer und emotionaler Intelligenz. Wesenszüge, die seinem Partner gänzlich fehlen. Und die Gesellschaft im England des späten 19. Jahrhunderts verlangte ein anständiges, fleßsiges und vor allem moralisch einwandfreies Leben zu führen – in dem jeder wissen sollte, wo sein Platz ist. Eindeutig der Fall bei Watson, nicht ganz so eindeutig bei Holmes.


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