Die schlechtesten Fußballmannschaften

Die schlechtesten Fußballmannschaften

Auf den letzten Plätzen der FIFA-Weltrangliste

Von  Fred Schreiber
Warum sind manche Fußballmannschaften eigentlich SO schlecht? Wir erklären es dir:


San Marino

Die antiqua republica San Marino belegt aktuell den letzten Platz der FIFA-Weltrangliste. Regelmäßig hagelt es zweistellige Niederlagen wie ein 0:13 gegen Deutschland oder ein 1:13 gegen Finnland. Der kleine Zwergstaat mitten in Italien hat gerade einmal rund 34.000 Einwohner*innen und damit weniger als viele deutsche Kleinstädte. Trotzdem gibt es ein eigenes Nationalteam. Viele marinesische Spieler sind keine Profis. Manche arbeiten als Handwerker, sind Studenten oder Bürokaufleute – und trainieren erst am Abend. Star der Mannschaft ist Torhüter Edoardo Colombo, der es als Profi immerhin auf 14 Spiele in der ersten maltesischen Liga gebracht hat.

San Marino – übrigens die älteste noch bestehende Republik der Welt – hat sich aus der Weltgeschichte immer am liebsten rausgehalten, um nicht zum Spielball europäischer Mächte zu werden. Sogar der große Napoleon bot den Marinesen einst eine Gebietserweiterung an, die jedoch vom Stadtrat abgelehnt wurde. Das Motto war immer: Zurückziehen auf den Berg Monte Titano, sich dort einigeln und abwarten. Eine Taktik, die auch für das Nationalteam gilt, das oft mit einem gefühlten 10 - 0 - 0 System sein Tor verteidigt. Trotzdem gab es auch wahre Fußballwunder. 2004 gewann San Marino erstmals überhaupt ein Pflichtspiel mit 1:0 gegen Liechtenstein. Und ausgerechnet San Marino hält den Rekord des schnellsten Tores der WM Quali - Geschichte. Legendär das 1:0 gegen England von Davide Gualtieri nach gerade einmal 8,3 Sekunden. San Marino verlor trotzdem standesgemäß mit 1:7. Aber wie es schon in der Marinesischen Nationhymne heißt: Oh, alte Republik, Ehre Dir und lebe ewig. Selbst nach den höchsten Niederlagen.



Bhutan

Noch nie hat sich Bhutan für die Endrunde einer Fußball WM qualifiziert und auch für 2026 war in der ersten Runde Schluss. Auch wenn man das Rückspiel gegen Hongkong sensationell mit 2:0 gewann.. Bhutan hat einen entscheidenden Heimvorteil. Dabei geht's jedoch nicht um einen Hexenkessel von Stadion und fanatische Fans – sondern um einen Höhenvorteil. Das Nationalstadion Bhutans liegt auf 2.200 Metern Meereshöhe und den Gegnern aus dem Flachland geht daher regelmäßig die Luft aus. Der Höhenvorteil ist gleichzeitig auch der Nachteil. Nur drei Prozent der Fläche Bhutans eignen sich überhaupt dazu, ein Fußballfeld zu errichten, denn 80% des Landes im Himalaya liegen über 2000 Metern und nochmal 80% davon sind extrem abschüssig. Die Nationalsportart ist auch nicht Fußball, sondern Bogenschießen.

Bhutan ist ein in jeglicher Hinsicht erstaunliches Land. Die Leistung wird nicht als Bruttonationalprodukt gemessen, sondern im Bruttonationalglück. Außerdem ist Bhutan mehr als klimaneutral, denn als einziges Land der Erde wird dort mehr CO2 gespeichert als freigesetzt. Das erstaunlichste Fußballspiel Bhutans wurde im Jahr 2002 ausgetragen. Während bei der WM das Endspiel Deutschland gegen Brasilien hieß, lautete die Begegnung hier Buthan gegen die Karabikinsel Montserrat. Das Spiel zwischen den beiden letztplatzierten Teams der FIFA-Weltrangliste endete 4:0 für Bhutan. Unvergessen die Szene der Pokalüberreichung, in der beide Kapitäne den Pokal in die Luft hoben, der sich daraufhin in zwei Hälften teilte…
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Amerikanisch-Samoa

Es gibt Niederlagen im Fußball, die schmerzlich sind. Ein 0:4, ein 0:5 oder ein 1:6 sind zwar hart, können aber schon mal vorkommen an schlechten Tagen. Einen ganz schlechten Tag hatte im Jahr 2001 das Team von Amerikanisch-Samoa, das in der ersten Runde der WM Qualifikation auf Australien traf. Rekordtorschütze in diesem Spiel: Archie Thompson mit 13 Treffern und zwei Hattricks in einem Spiel. Aber zurück zu Amerikanisch-Samoa. Das liegt mitten im Pazifik, besteht aus kleinen Vulkaninseln und hat rund 45.000 Einwohner*innen, die ein gewaltiges Fußballproblem haben. Sie interessieren sich weniger für Sport, sondern vielmehr fürs Essen.

Die Rekordfettleibigkeit ruft ausgerechnet den Amerikanisch-Samoanischen Fußballverband auf den Plan. Ein Trainer muss her, der dem Team an den Speck geht. Und man verpflichtet den holländischen Trainer Thomas Rogen. Rongen bringt das Team auf Vordermann, körperlich, taktisch und geistig. Und er trifft dort auch auf einen Spieler, der Teil einer ganz speziellen polynesischen Kultur ist: Jaiyah Saelua ist Fa'Afafine, die je an einer WM-Qualifikation teilgenommen hat. Das ist in Amerikanisch Samoa ein anerkanntes drittes Geschlecht, hervorgegangen aus familiären Notsituationen. Sollten in einer Familie zu wenige Mädchen zur Welt gekommen sein, erklären sich ein oder zwei Jungen bereit, diese Rolle zu übernehmen. Jaiyah Saelua ist übrigens auch Teil der Mannschaft, die 3 Jahre nach der katastrophalen Niederlage gegen Australien Historisches erreicht hat: Das 2:1 gegen Tonga war der erste Sieg von Amerikanisch-Samoa in einem offiziellen Länderspiel.


Bahamas

Sonne gibt's sicherlich genug auf den etwa 700 Inseln und circa 2400 Korallenriffen der Bahamas. Von den 400.000 Einwohner*innen betreibt jeder zwanzigste den Nationalsport der Inselrepublik: Cricket, ein schwieriges Spiel, bei dem sich manchmal nicht mal die Kommentatoren einig sind, wie schwierig es ist. Nur etwa 5000 Menschen spielen aktiv Fußball auf den Bahamas, womöglich ein Grund, warum man bei Länderspielen nicht besonders gut abschneidet. Gegen die Fußballgroßmächte Grenada und Costa Rica gabs in der Quali zur WM ein 0:6 und ein 0:8.

Etwas höher als die Zahl der aktiven Fußballer, liegt auf den Bahamas die Anzahl der Banken und Geldinstitute. Ein Großteil davon beschäftigt sich professionell mit Geldwäsche, was die Europäischen Union dazu veranlasst hat, die Bahamas auf die schwarze Liste der Steueroasen zu setzen. Ein zweiter Haupterwerbszeig ist der Tourismus, der vor allem von den James Bond Verfilmungen Sag niemals nie, Feuerball und Casino Royale angekurbelt wurde. Aber zurück zum Fußball, bei dem ist ja – um ein Zitat von Berti Vogs zu gebrauchen, die Breite an der Spitze dichter geworden. Ob das jemals auch für Bahamas gelten wird, ist schwer zu sagen. Der höchste Gipfel bleibt der Mount Alvernia auf Cat Island mit 63 Metern.

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