Für Gleichberechtigung in der Musikbranche

Für Gleichberechtigung in der Musikbranche

Lena Leick vom Female Producer Collective im Interview mit egoFM Dominik

Das Female Producer Collective gibt Workshops für Produzentinnen. Wie Frauen in der Musikindustrie sichtbarer werden und warum sich unbedingt was tun muss, erklärt Leiterin Lena.


Geringer Frauenanteil in der Musikindustrie

Laut einer Studie liegt die Frauenquote im Bereich der Musikproduktion bei nur 2,6%. Außerdem verdienen Frauen in der Musikbranche laut statistischem Bundesamt bis zu 30 Prozent weniger als Männer. In der Musikindustrie herrscht schon lange ein Ungleichgewicht. Festival Line Ups sind überwiegend männlich und auch hinter den Kulissen ist der weibliche Anteil noch immer viel geringer. Dass sich da was tun muss, hat sich auch das Female Producer Collective gedacht. Projektleiterin Lena Leick spricht über das Projekt und erklärt, wie es helfen soll, diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken.
  • Für Sichtbarkeit & Gleichgewicht in der Musikbranche
    Lena Leick vom Female Producer Collective im Interview mit egoFM Dominik
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Foto: Lena Leick, Projektleiterin vom Female Producer Collective


Was ist das Female Producer Collective?

Das Female Producer Collective ist ein Projekt von GOFORMUSIC.gGmbH, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur nachhaltigen und modernen Förderung der Popularmusik in Deutschland und der Europäischen Union. Weil es von der Initiative Musik und von mehreren Unternehmen gefördert wird, sind die Workshops sogar kostenlos. Im Vornherein konnten sich angehende Produzentinnen für das Projekt bewerben. Zehn Teilnehmerinnen wurden anhand ihrer Kreativität, Intention und ihres Gesamteindrucks ausgewählt und werden jetzt in allen Bereichen der Musikproduktion gecoacht.

Von Kreativtechniken und Businessgrundlagen

Vocal Production, Mastering, Marketing oder Artist Branding. Alle Bereiche, die für die Produzentinnen wichtig werden könnten, versucht das Förderprogramm des Female Producer Collectives abzudecken. Dabei soll es auch darum gehen, dass sich die Teilnehmerinnen gut präsentieren können und ihre Kunst selbstbewusst verkaufen können.
"Was auch wichtig ist, sind natürlich diese ganzen Producing Business-Grundlagen, sprich, wir werden da auch ganz viel über Deals sprechen, über Verträge, wie werden die Produzentinnen bezahlt, wie läuft so ne Abrechnung ab? Dass sie eben optimal vorbereitet sind." – Lena Leick

Von erfahrenen Coaches ausgebildet

Geleitet werden die Workshops von Menschen, die in der Musikindustrie bereits sehr viel Erfahrung gesammelt haben. Songwriterin und Produzentin Novaa ist zum Beispiel für Sound Design und Vocal Production zuständig, Saskia Rienth-Hinkelmann kümmert sich um Media Coaching oder Produzent Matteo Schwanengel ums Mixing / Mastering. Lena erzählt, dass die Coaches auch sehr begeistert vom Projekt seien und die Workshops deshalb für geringere Gagen durchführen würden, was es dem Female Producer Collective noch mehr erleichtert hat, die Coachings kostenlos anzubieten.



Netzwerk – das A und O der Branche

Das Feedback der Teilnehmer*innen der ersten Runde sei ziemlich gut gewesen, erzählt Lena. Es fand ein großer Austausch statt. Das war den Initiator*innen neben der Ausbildung mindestens genauso wichtig: Ein Netzwerk für die Teilnehmer*innen zu schaffen. Es sei das A und O der Branche, meint Lena. Man kenne sich oft nicht untereinander.
"Uns war es ein großes Anliegen, dass sie sich untereinander auch vernetzen und gegenseitig auch mal helfen […]. Und das ist schon passiert. […] Das hat uns natürlich total gefreut, dass sie gemeinsam wachsen wollen und eben nicht dieses Ellenbogengefühl da ist." – Lena Leick


Für ein ausgewogenes Bild

Eine Ausbildungsgrundlage für angehende Produzentinnen und ein Netzwerk schaffen. Das sind die Ziele des Female Producer Collectives. Beides zusammen bildet eine weitere Grundlage. Und zwar für mehr Gleichgewicht in der Musikbranche und Sichtbarkeit von Frauen in der Musikindustrie.
"Wir wollen natürlich mit dem Female Producer Collective […] dafür sorgen, dass Frauen eher gesehen werden in der Musikbranche. […] Und wir vielleicht in ein paar Jahren ein Bild haben, das ein bisschen ausgeglichener ist." – Lena Leick

Ausgeglichener, sichtbarer und fairer

Projekte wie das Female Producer Collective leisten ihren Beitrag dazu, dass der Anteil von Frauen in der Musikproduktion und Musikindustrie in Zukunft hoffentlich weit über die 2% Marke hinausschießt. Deshalb hat das Female Producer Collective bereits eine zweite Bewerbungsrunde gestartet. Bis 15. Januar können sich FLINTA hier bewerben.

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