Renten Gap: Altersarmut bei Frauen

Renten Gap: Altersarmut bei Frauen

Frauen sind besonders häufig betroffen

Äußere Faktoren spielen eine große Rolle. Aber du kannst auch selbst etwas dagegen tun.

Eines vorweg - als wir uns mit dem Thema Altersarmut auseinandergesetzt haben, haben wir uns explizit auf Frauen konzentriert. Natürlich gibt es auch Männer, die davon betroffen sind.

Armut im Alter

Gedanklich ist das Thema von uns noch sehr weit weg. Wir haben ja schließlich noch ein paar Jährchen vor uns. Hört man aber davon, graut es einem zugegeben ganz schön vorm Altwerden - denn jeder beziehungsweise jede von uns kann in die Altersarmut rutschen. Fakt ist aber: bei Frauen kommt es um einiges häufiger vor als bei Männern. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Frauen über 65 sind mit einem Anteil von 20 Prozent stärker armutsgefährdet als gleichaltrige Männer (15 Prozent). Woran das liegt, ist schnell erklärt: 

Renten Gap


Die ungleiche Einkommensverteilung, besser bekannt als Gender Pay Gap, wirkt sich auch auf die Rente aus. Umso weniger im Laufe des Lebens verdient wird, desto weniger wird in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Logisch. Dafür, wie groß der Unterschied tatsächlich ist, fehlt es häufig am Bewusstsein. Im Durchschnitt liegt die Renten Gap in Deutschland bei 53 Prozent. Im Osten Deutschlands ist sie mit 28 Prozent um einiges niedriger als im Westen mit 58 Prozent. 

Einer der Gründe dafür: Wohingegen Männer in den alten Bundesländern lange die Rolle des "Familienernährers" übernommen haben und Frauen erst in den letzten Jahrzehnten verstärkt ins Berufsleben eingestiegen sind, war der Anteil der erwerbstätigen Frauen in den neuen Bundesländern traditionell bereits höher. Hausfrau und Mutter als Beruf war in der DDR bei Weitem nicht so verbreitet wie im Westen.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Finanzcoaches 💰 (@fit.mit.geld) am



Dazu kommt: Weniger Arbeit


Laut der Agentur für Arbeit sind gerade einmal 33,2 Prozent der Vollbeschäftigten Frauen
. Sie machen mit 81,6 Prozent den Großteil der Teilzeitbeschäftigten aus und übernehmen 62,3 Prozent der Minijobs. Einer der Gründe ist, dass Frauen auch heute immer noch die Kindererziehung übernehmen, wie Zahlen vom Statistischen Bundesamt zeigen. Natürlich nicht in allen Familien - es gibt viele Partnerschaften, in denen der Partner die Erziehung der Kinder übernimmt und beispielsweise teilzeitbeschäftigt ist. Aber obwohl immer mehr Väter die Elternzeit in Anspruch nehmen, waren es 2018 gerade einmal 1,8 Prozent, bei den Müttern waren es hingegen 24,5 Prozent.

Häufig sind Frauen dann erstmal aus dem Berufsleben raus und steigen dann auf Teilzeit um oder nehmen Minijobs an. Das führt auch hier wieder dazu, dass sie weniger in die Rentenversicherung einzahlen. Dazu kommt noch, dass Jobs, die immer noch als "typische Frauenberufe" deklariert werden - wie Pfleger*in, Friseur*in oder Reinigungskraft - schlechter bezahlt werden. Dadurch kann auch für die private Altersversorgung weniger zu Seite gelegt werden als es Besserverdienenden möglich ist.



Kommt der Partner in einer heterosexuellen Ehe zum großen Teil für die Familie auf, ist das vorerst für die Ehefrau kein Problem. Womit wir beim nächsten Thema wären:

Ehegattensplitting


...ist das Verfahren, das in Deutschland seit 1958 zur Berechnung der Einkommenssteuer verwendet wird. Dabei werden die Gehälter beider Eheleute zusammengezählt und dann halbiert. Wenn die Gehälter in der Höheauseinandergehen, können Steuern gespart werden. Das klingt erstmals gut, doch auch kann Ehegattensplitting im dümmsten Fall auch große Nachteile bringen. Noch während der Ehe wir die Frau abhängig vom Mann. Sollte es zu einer Scheidung kommen, steht sie in Bezug auf Altersvorsorge in vielen Fällen mit nichts da, denn es wurde zu wenig in die Rentenversicherung eingezahlt. 




Was also tun?

Ja, es gibt auch noch heute viele Nachteile für Frauen im Berufsleben, in der Familienplanung mit Blick auf die Altersvorsorge. Da eine spürbare Verbesserung aber noch nicht in Sicht ist, müssen wir das selbst in die Hand nehmen. Hier ein paar Beispiele und Tipps:

Ehevertrag


Der gute alte Ehevertrag mag vielleicht unromantisch klingen und für verliebte Paare der absolute Graus sein, ist aber das absolute Nonplusultra. Warst du als Frau länger bei den Kindern zu Hause, hast den Haushalt geschmissen und hattest dann auch noch eine Teilzeitstelle, dann bist du von deinem Partner finanziell abhängig. Kein Ehevertrag und dann auch noch ein Gemeinschaftskonto? Auch wenn es möglicherweise abwegig für dich klingt - bei einer Scheidung würdest du bei geringerem Verdienst den kürzeren ziehen. Die Lösung könnte ein Drei-Konten-Modell sein. Ein gemeinsames Konto, eines gehört dem Partner und eines ist für dich. Wenn du selbst die Verantwortung für deine Finanzen übernimmst, bist du abgesichert und unabhängiger. Egal, was passiert.

Arbeiten und sich früh mit dem Thema Rente auseinandersetzen


Am besten wäre es natürlich, so früh wie möglich wieder Vollzeit in den Job einzusteigen. Das klingt leichter als gesagt, manchmal schon fast utopisch. Ganz nüchtern gesehen ist das aber letztlich das Wichtigste, um dich im Alter abzusichern. Außerdem hilft es, wenn du dich informierst. Über das Anlegen von Geld, verschiedene Sparmethoden und Alternativen beziehungsweise zusätzliche Rentenangebote. In unserer Themenwoche Geld haben wir schon ein paar nützliche Infos für dich zusammen getragen - beispielsweise von Blogger*innen und YouTuber*innen, die dir ein paar wichtige Tricks und Kniffe zeigen und vielleicht auch etwas die Angst vor dem Thema Geld, Rente und Altersarmut nehmen können.






Hast du noch Tipps für uns oder möchtest zum Thema noch einiges los werden? Dann schreib uns einfach an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!oder per WhatsApp: 089 / 360 550 460.

Design ❤ Agentur zwetschke