Sportfreunde Stiller zu Gast im egoFM Talkradio

Sportfreunde Stiller zu Gast im egoFM Talkradio

Von Wellenreitern, philosophischen Abgründen und der Stille im Namen

Von  Dominik Kollmann
Drei Jahrzehnte. Das sind 30 Jahre voller Schweiß, Tourbus-Muff und Melodien, die eine ganze Generation durch die Pubertät und das erste Sommermärchen getragen haben. Peter, & Flo sind bei Dominik im egoFM Talkradio zu Gast. Aber wer sind die drei Männer hinter den Hymnen heute, wenn die Stadionlichter ausgehen? Wir haben nachgebohrt – tiefer, als es manchem lieb war.
Das Fußballspiel des Lebens
Wer die Sportfreunde Stiller interviewt, kommt an Fußballmetaphern eigentlich nicht vorbei. Doch im egoFM Talkradio wollten wir wissen: In welcher Spielminute befindet sich die Band nach 30 Jahren eigentlich? "Nachspielzeit? Auf keinen Fall!", lachen die drei. Es fühlt sich eher an wie eine zweite Halbzeit, in der man die Taktik endlich verstanden hat.

Dabei fing alles so herrlich unperfekt an. 1996 in einem Proberaum in Germering. Damals hießen sie noch "Bodden", bevor sie sich nach ihrem alten Trainer Hans Stiller benannten. Ein Name, der heute Legende ist – auch wenn Hans Stiller selbst wohl nie eine goldene Schallplatte im Wohnzimmer hängen hatte.

Der Geruch der Dekaden
In unserem Gespräch wurde es schnell sensorisch. Wonach riechen eigentlich 30 Jahre Bandgeschichte?

"Die 90er rochen nach kaltem Rauch und diesem speziellen Proberaum-Muff in Germering", erinnert sich die Band.
Heute, im Jahr 2026, ist der Rider im Backstage etwas gesünder geworden. Ingwer-Tee und Faszienrollen haben das Dosenbier zwar nicht ganz verdrängt, aber sie stehen zumindest friedlich nebeneinander. Es ist das Bild einer Band, die erwachsen geworden ist, ohne die Leidenschaft der ersten Stunde einzubüßen.

Die Metaphysik der Freundschaft
egoFM Talkradio-typisch wurde es zwischenzeitlich philosophisch. Wenn man 30 Jahre lang zusammen im Tourbus sitzt, ist das mehr als nur ein Job – es ist eine Studie über das menschliche Miteinander. Wir haben über das "Paradoxon der Beständigkeit" gesprochen: Da sich alle sieben Jahre alle Zellen im Körper erneuern, sind die Sporties rein biologisch gesehen schon zum vierten Mal eine komplett andere Band. Was sie zusammenhält? Ein "metaphysischer Kleber", den man nur findet, wenn man gemeinsam durch Krisen geht und sich auch nach Jahrzehnten noch gegenseitig zum Lachen bringt.

"Was bedeutet für euch Glück?"
Gegen Ende des Gesprächs ließen wir die Masken fallen. Wir sprachen über die Angst vor der eigenen digitalen Vergangenheit, über Paralleluniversen, in denen Peter vielleicht ein frustrierter Lateinlehrer geworden wäre, und über den einen, letzten Akkord, den sie spielen würden, wenn morgen die Welt unterginge.

Auf die finale Frage, was Glück für sie persönlich bedeutet, gab es keine Rockstar-Floskeln. Es war die Art von Antwort, die man nur bekommt, wenn man sich wirklich nahesteht.


Das ganze Interview mit den Sportfreunden Stiller über Nostalgie, Pechvögel und die Magie des Unperfekten könnt ihr hier nachhören:
  • egoFM Talkradio
    Sportfreunde Stiller (Indie-Legenden)

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