Von Maschinen, die Krach machen, bis zu Festivals mit hunderttausenden Menschen.
radiowelt
19.08.2026
Als der Lärm zur Musik wurde
Die Geschichte der elektronischen Musik von Geräuschmaschinen bis Tomorrowland
Elektronische Musik ist eng mit dem technischen Fortschritt verbunden. Schon um 1900 entstehen erste Instrumente, die Töne elektrisch erzeugen oder verstärken. Gleichzeitig setzt sich die Idee durch, dass auch Geräusche selbst Musik sein können. Der italienische Futurist Luigi Russolo veröffentlicht 1913 sein Manifest "Die Kunst der Geräusche". Für seine neue Art zu komponieren, baut er die Intonarumori – Geräuschmaschinen, die brummen, knattern und kreischen. Was damals nach purem Lärm klingt, wird zum Ausgangspunkt einer neuen musikalischen Idee. In den 1940er-Jahren wird nicht mehr nur mit Geräuschen experimentiert, sondern auch mit Aufnahmen. Pierre Schaeffer schneidet Alltagsklänge aus Schallplatten und Tonbändern, wiederholt und verfremdet sie. 1948 nennt er diese Methode "musique concrète".
In den 1950er-Jahren entsteht in Köln elektronische Musik, die vollständig im Studio produziert wird. Karlheinz Stockhausen arbeitet mit künstlich erzeugten Tönen und Tonbandtechnik. Werke wie "Gesang der Jünglinge" inspirieren später unter anderem Kraftwerk und Björk. Zur gleichen Zeit verändert der Synthesizer die Möglichkeiten elektronischer Musik. Mit dem Buchla 100 und dem Moog entstehen Instrumente, die elektronische Klänge auch live spielbar machen. Selbst die Beatles setzen einen Moog-Synthesizer ein – etwa bei "Here Comes the Sun". Kraftwerk machen elektronische Musik schließlich salonfähig. 1977 folgt mit Donna Summers "I Feel Love" der Grundstein für wie House und Techno.
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