Arlo Parks: Ambiguous Desire

Arlo Parks: Ambiguous Desire

Das Album der Woche

Von  Vitus Aumann
Auf ihrem dritten Album 'Ambiguous Desire' probiert Arlo Parks mal was ganz Neues.


Arlo Parks tauscht Indiegitarren gegen Drumcomputer

Ja man kann sich schon seine Sorgen machen, wenn eine Künstlerin, in die man sich so schnell so intensiv verliebt hat, plötzlich mit ganz anderen Sounds anbandelt. Quasi die soulig angehauchten Indiegitarren gegen Drumcomputer und Loopstation tauscht. Gut möglich also, dass Mercury Prize Trägerin Arlo Parks mit ihren neuen DJ Shows und elektronischeren Klängen dem ein oder anderen Fan einen kleinen Schrecken eingejagt hat. Auf Ambiguous Desire zeigt Arlo Parks jetzt aber, dass der neue Sound keine Kehrtwende sondern einfach nur natürliche Weiterentwicklung ist.


Verliebt in Clubkultur

Nach dem zurecht abgefeierten Debüt, riesigen Touren und allem Struggle, der damit zusammenhängt hat, sich Arlo Parks erstmal eine wohlverdiente Pause genommen. In ihrer neuen amerikanischen Wahlheimat hat sich die Musikerin Hals über Kopf in die Nachtclubkultur verliebt. In das Gefühl, plötzlich Teil von etwas zu werden, ohne ein Stück der eigenen Persönlichkeit aufgeben zu müssen. Nur logisch also, dass der Sound jetzt eben auch mehr nach Ableton Live (Anmerkung: eine Software zum Musikmachen) und Drumcomputer klingt. Aber Arlos Stimme und ihre gnadenlos ehrlichen Texte klingen eben auch auf elektronischeren Beats unwiderstehlich.


Arlo Parks schreibt Songtexte direkt aus dem Leben gegriffen

Ambiguous Desire ist also ein Clubalbum geworden, aber eben nicht so eins, was man bei diesem Namen vielleicht erwartet: Keine pompösen Beatdrops, sondern sanft gedämpftes Wummern. Weniger wie Fred Again..., mehr wie The xx. Das Album fühlt sich an, als würde man mit seinen Freunden vor der Clubtür stehen und sich Trost für die neuesten Seelenkrisen abholen, während drinnen dumpfe Bässe weiterhämmern. Nicht zuletzt weil die Texte so aus dem Leben gegriffen klingen, als wären sie gerade erst am Vorabend passiert. Ambiguous Desire ist mit seinem neuen Sound also fast wie ein Treffen mit einem richtig alten Freund: Man ist eben nicht mehr derselbe Mensch wie früher, aber nach ein paar Minuten fühlt es sich wieder genauso an wie damals.

Tracklist: Arlo Parks - Ambiguous Desire

  1. Blue Disco 
  2. Jetta 
  3. Get Go 
  4. Senses ft. Sampha 
  5. Heaven 
  6. Beams 
  7. South Seconds 
  8. Nightswimming 
  9. 2SIDED 
  10. Luck Of Life 
  11. What If I Say It? 
  12. Floette 
Ambiguous Desire von Arlo Parks wurde am 03. April 2026 via Transgressive veröffentlicht.

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