R. Kelly streitet Missbrauchsvorwürfe ab

R. Kelly streitet Missbrauchsvorwürfe ab

...er habe keine Frauen gegen ihren Willen festgehalten und missbraucht

R. Kelly musste wegen mehrfachen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs vor Gericht und letztlich auch ins Gefängnis. Der Sänger streitet seine Schuldigkeit ab.

Erst wurde er verurteilt, inzwischen von einer Freundin wieder aus dem Gefängnis freigekauft. R. Kelly beharrt weiterhin auf seiner Unschuld und hat dies unter Tränen in einem Interview der CBS News beteuert:



Klar, dass dieses Interview nochmal mehr Wind macht, als es in der letzten Zeit eh schon um den US-amerikanischen Musiker gab. Deshalb kurz zusammengefasst, was eigentlich passiert ist:

Der Fall R. Kelly:


Eine Petition forderte, dass R. Kelly nicht in Deutschland auftreten solle, da ihm vielfach sexuelle Gewalt gegen Kinder und Frauen vorgeworfen wird.


Fast 250.000 Menschen haben die Petition #RKELLYSTUMMSCHALTEN bislang unterschrieben. Damit wollten die Initiatorinnen erreichen, dass es keine Konzerte des Musikers in Deutschland gibt. Dem R'n'B-Sänger wird vorgeworfen, Frauen und Kinder pädophil, sexuell, körperlich und emotional missbraucht zu haben. Die ersten Vorwürfe kamen bereits in den 90er-Jahren auf. 2010 wurde R. Kelly wegen Kinderpornografie angeklagt, das Verfahren wurde am Ende aber eingestellt. Wie so oft in solchen Fällen wurden den Frauen, wenn sie überhaupt darüber sprachen, nicht geglaubt.

Surviving R. Kelly


Aufgedeckt und an die Öffentlichkeit gebracht wurden die Vorwürfe von der Doku Surviving R. Kelly. In dem Film sprechen die Opfer über den psychischen und sexuellen Missbrauch durch den Sänger. R. Kellys Anwälte kündigten bereits rechtliche Schritte gegen den verantwortlichen Fernsehsender an, die Premierenveranstaltung im Dezember in New York musste wegen einer Anschlagsdrohung abgebrochen werden.

Die Doku ist bei uns in Deutschland leider erst Anfang Mai komplett verfügbar.

Neu angekündigte Tourtermine von R. Kelly sorgten deswegen für einen Aufschrei und die Petition #RKELLYSTUMMSCHALTEN. Jetzt hat die Petition ihr Ziel augenscheinlich erreicht.

Keine R. Kelly Konzerte in Neu-Ulm und Hamburg


Konzertveranstalter*innen ließen sich von den Vorwürfen scheinbar nicht beeindrucken, zumindest sagten sie die Konzerte in Deutschland von R. Kelly deswegen nicht ab. Später wurde ein Konzert, das in Sindelfingen stattfinden sollte, nach Neu-Ulm verlegt. Der dortige Veranstalter hielt zunächst zu dem US-amerikanischen Künstler, mittlerweile gebe es aber "neue und objektive Fakten", weshalb sie sich schließlich "aus wichtigem Grund" dazu entschieden haben, die Show abzusagen.

Auch in Hamburg war ein R. Kelly Konzert für Mitte April geplant. Doch auch dafür wurde der Ticketverkauf inzwischen gestoppt. Nach Gesprächen mit der Stadt Hamburg sei verkündet worden, dass mit Konzerten von R. Kelly im Ausland bis auf weiters nicht zu rechnen sei.

Schlag ins Gesicht der Opfer und Unterzeichner*innen

Vermutlich wird R. Kelly nicht in Deutschland auftreten. Aber nicht wegen des gesellschaftlichen Drucks durch die Petition oder wegen des schlechten Gewissens der Veranstalter*innen. Der Grund ist viel banaler: R. Kelly sitzt zwar nicht mehr im Gefängnis, weil er inzwischen eine Kaution von 100.000 US Dollar bezahlt hat - sein Pass wurde aber erstmal eingezogen. Konzerte im Ausland sind daher nicht möglich. Ein fetter Schlag ins Gesicht der Opfer seiner Taten und den Unterzeichner*innen der Petition, auch wenn sie ihr eigentliches Ziel erreicht haben.

Lange Zeit haben die Konzertveranstalter versucht, jegliche Form von gesellschaftlicher Verantwortung abzuwälzen. Zu den Vorwürfen gegen die Privatperson R. Kelly möchte man keine Position einnehmen und dem Musiker solle ja lediglich ein musikalisches Forum geboten werden, die Kunst stehe im Vordergrund. 



Unter Tränen wehrt R. Kelly die Vorwürfe im Interview mit CBS ab

Der New Yorker Nachrichtensender CBS News wollte sich selbst ein Bild machen und hat R. Kelly zum Interview eingeladen.

Die Anschuldigungen, die es gegen den Musiker gibt, sprechen von sexuellem Missbrauch an vier Frauen. Im Interview sagt er immer wieder, dass die Anschuldigungen dumm und nicht wahr seien. Mit einigen Worten richtet er sich direkt an die Kamera und beteuert unter Tränen, dass es in Anbetracht seiner Vergangenheit absolut dumm von ihm wäre, Frauen gegen ihren Willen festzuhalten und ihnen diese schlimmen Dinge anzutun. Er scheint tatsächlich sehr verzweifelt zu sein, als er noch mit gebrochener Stimme hinzufügt:
"I didn't do this stuff. This is not me. I'm fighting for my fucking life."
Alles nur gespielt? Ist R. Kelly schuldig? Ist er es nicht? Am 22. März hat er einen Gerichtstermin. Angeklagt wird er für zehn Fälle sexuellem Missbrauchs bei vier Opfern. Darunter sind drei minderjährige Mädchen. Wenn der Musiker verurteilt wird, könnte die Strafe ihn laut CBS für bis zu 70 Jahre hinter Gitter bringen.

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