Max Herre zu Gast bei Max

Max Herre zu Gast bei Max

Das Interview zum Nachhören

Für egoFM Max war der Besuch von Max Herre was ganz Besonderes. Schließlich ist er selbst mit den Songs von Freundeskreis groß geworden.

Seit er das letzte Mal bei uns im Studio war, ist bei Max Herre auch so einiges passiert: MTV Unplugged-Tour, Freundeskreis-Revival - und ganz frisch - das neue Album Athen.


Ein Reisealbum für eine lange Autofahrt 

Athen ist eine Platte voller Sehnsucht, wie ein Roadtrip durch ein ganzes Leben - voller Erinnerungen, mit Stopps in der Kindheit, bei der verflossenen Liebe, dem Vater und dem Vatersein.
"Ich finde die Idee des Roadtrips für Musik eine schöne Sache. Für mich ist das Auto der Ort, an dem ich am liebsten Musik höre. Diese Vorstellung, man fährt an einen Sehnsuchtsort und hört diese Platte, das war irgendwie meine Vorstellung. Die Platte ist auch so kompiliert, dass man sie möglichst lange im Auto hören kann." - Max Herre

Einmal eingelegt, können wir Athen auch gar nicht mehr ausmachen. Die Melancholie in den Beats und Instrumentals trägt die Fahrt durch die Biografie von Max Herre. Entstanden sind die Songs auf einer knapp zwei Monate langen Reise nach Tel Aviv, getextet wurde dort mit Rap-Kumpels Tua und Maxim. Dabei hat sich die Stadt Athen erst nach und nach als Leitmotiv für das Album herauskristallisiert. Durch seinen Vater, der früher dort gelebt hat, hat Max viele Erinnerungen an die Stadt. Was er dort besonders gerne macht?
"Ich lauf' gern früh morgens durch Athen und kuck wie die Stadt erwacht und die Leute ihren normalen Beschäftigungen nachgehen – das find' ich schön und inspirierend." - Max Herre
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Von einfachen Dingen und zu vielen Songs

Besonders die Einfachheit der Dinge an sich findet Max schön, genauso liebt er aber das echte Leben. Wenn eben nicht alles ganz gerade und nach Plan läuft.

Das Album war schon fast fertig, da kamen ihm noch unfertige Songs dazwischen:

"Ich hatte einfach noch Songs rumliegen. Irgendwie war dieser Athen-Zyklus vorbei, aber die Songs waren im gleichen Zeitraum entstanden und ich dachte: Irgendwie würde ich die da gerne noch mit auf der Platte verwurschteln. Dann hab ich noch die Hier EP gemacht, die gibt’s dann im Anhang an das Album." - Max Herre

Wie geht alt werden im Rap?

Auf dieser EP ist auch Kollege und ebenfalls Deutschrap-Ikone Dendemann zu hören. Die beiden sind schon über so viele Jahre erfolgreich im Business - das wirkt im Rap irgendwie außergewöhnlich. In anderen Musikgenres wie Soul oder Rock'n'Roll ist es irgendwie leichter, den Künstler*innen beim Älterwerden zuzusehen - Lebenserfahrung wird erwartet und eine "alte Stimme" gilt als authentisch. Aber gilt das auch für Rap?

Max Herre will sich auf die Frage, ob man als Rapper*in gut älter werden kann, noch nicht hundertprozentig festlegen:
"Ich glaube, wir definieren das gerade auf dem Weg und in 20 Jahren kann man dann die Frage beantworten: Hat das jemand geschafft oder hat es eine Szene geschafft. Ich probiere immer, zeitgemäße Sachen zu machen und trotzdem dabei irgendwie altersgemäß zu sein. Das ist mein bescheidener Beitrag dazu, dass das ein bisschen in Würde passiert." - Max Herre

Ist notiert und wir werden dieselbe Frage in 20 Jahren einfach genauso wieder stellen, wenn Max Herre doch sicherlich immer noch voll im Rap-Game ist. Bis dahin schauen wir mal wo die Reise hingeht. Erst mal begeben wir uns jedenfalls auf einen Roadtrip nach Athen, getragen von den Erinnerungen, Gefühlen und der Biografie von Max Herre.

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