LGBTQ-Serien und Filme

LGBTQ-Serien und Filme

Unsere Must-sees zur Pride Week

Viel zu lange war das Thema tabu - mittlerweile gibt es aber zum Glück immer mehr Filme und vor allem Serien, in denen Charaktere mitspielen, die der LGBTQ-Community angehören.

Passend zur Pride Week bei egoFM haben wir dir eine Liste mit den besten zusammengestellt...

LGBTQ-Serien ...

Queer Eye

Die Netflix-Produktion beruht auf der Serie Queer Eye for the Straight Guy, die von 2003 bis 2007 im amerikanischen TV zu sehen und schon damals ein riesiger Erfolg war. Das Prinzip: Fünf schwule Experten treffen – alarmiert von Familienmitgliedern oder Freunden – auf eine Person, die mit ihrem Leben unzufrieden ist oder vor einer Aufgabe steht, bei der sie Unterstützung braucht. Innerhalb einer Woche lenken die sogenannten Fab Five das Leben der Person in eine neue Bahn. Klischeehaft? Ja, ein bisschen, aber die Serie durchläuft nicht jedes gängige Muster, wie man es sonst von einer Reality-TV-Show kennt. So werden die Protagonisten respektvoll behandelt und zu keiner Zeit in unangenehme Situationen gebracht. Stattdessen begegnet man sich mit Neugier, Respekt und sehr viel Humor. Da bleibt selten ein Auge trocken - durch Lachtränen und extrem berührende Momente.

Bisher gibt's drei Staffeln bei Netflix.

SENSE8

In der Welt von SENSE8 gibt es eine neue menschliche Spezies, die auf der Welt verstreut lebt. Die SENSE8 sind mental in einem Cluster aus acht miteinander verbunden, können miteinander sprechen, die Emotionen der anderen spüren und auf ihre Fähigkeiten zugreifen. Als ob das nicht schon cool genug wäre, machen die Wachowski Geschwister in SENSE8 Geschlechter-Identitäten zum zentralen Thema: Zwei der Cluster-Mitglieder, die Transfrau Nomi und der in Mexico lebende Lito, leben nämlich in einer Partnerschaft mit einer Frau beziehungsweise einem Mann.

Bisher gibt's zwei Staffeln bei Netflix.

Cucumber & Banana

In der Serie Cucumber reißt Doctor Who Produzent (2005 bis 2010) Russel T. Davies seine Hauptfigur Henry aus seinem Alltag – damit er sich neu finden kann. Die Beziehung zu seinem Partner Lance geht in die Brüche, Henry verliert seinen Job und zieht in eine junge, experimentierfreudige Schwulen-WG. Und weil die Mischung aus skurril-komisch und herzerwärmend so gut funktioniert, gibt es zu jeder Episode Cucumber eine Episode Banana – eine Art Spin Off – die die Geschichte einer der Nebenfiguren aus Cucumber erzählt.
 

Please Like Me

Josh hat ein normales und ein bisschen langweiliges Hetero-Leben geführt. Nachdem seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat, weil er "offensichtlich schwul" ist, versucht er einen Neustart in Sachen Liebe und Sex, sein Arbeitskollege Geoffrey hilft ihm dabei. Gleichzeitig muss er sich um seine Mutter kümmern, die in einer Depression steckt. Tragik und Komik sind bei Please Like Me untrennbar miteinander verbunden.

Bisher gibt's vier Staffeln bei Netflix.

Modern Family

Fast schon ein Klassiker in dieser Liste ist die Serie Modern Family. Seit 2009 wird die Geschichte von drei Familien erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Jay Pritchett ist der Vater von Claire und Mitchell. Während Jay mit einer viel jüngeren Frau verheiratet ist, haben seine Kinder ihre eigenen Familien. Das klassisch-konservative Familienbild trifft hier auf das eines homosexuellen Pärchens mit Adoptiv-Kind. Im Englischen wird die Serie auch als "Mockumentary" bezeichnet, denn bei Modern Family steht die Comedy ganz klar im Vordergrund.

Bisher gibt's zehn Staffeln bei Netflix.
 

Transparent

Seit 2014 läuft die Serie Transparent auf Amazon: Es geht um die ganz normale Familie Pfefferman, die ein biiiiiisschen durcheinander gewirbelt wird, als Familienoberhaupt Mort verkündet, ab sofort als Maura leben zu wollen. Auch die übrigen Familienmitglieder stellen sich darauf Fragen wie: "Wer bin ich?" und "Wen will ich lieben?"

Bisher gibt's vier Staffeln bei Amazon Prime.

Pose

Die Ballroom-Parties waren in den 80ern vor allem eine Subkultur von Transpersonen und Homosexuellen. Ein riesiges, glitzerndes Spektakel mit schönen Outfits und fantastischer Musik. Pose ist eine Zeitreise zu dem Moment als Ballroom-Kultur ausgebrochen ist. Nachdem der Protagonist Damon wegen seines Coming-outs von seinem Vater vor die Tür gesetzt wurde, wird er von Blanca, einer Transfrau, aufgegabelt und in ihr Haus eingeladen. Dort kommt er zum ersten Mal mit der bunten Ballroom-Kultur in Berührung und ist verzaubert. Pose ist bunt, dramatisch und voller Liebe für jede einzelne Figur, immer mit eigener Geschichte und eigenen Herausforderungen.

Die erste Staffel gibt's bei Netflix.

RuPaul's Drag Race

Bei der Reihe handelt es sich um eine traditionelle Castingshow, in der Dragqueen-Kandidatinnen jede Woche Aufgaben erfüllen müssen. Am Ende der Woche muss eine der Künstlerinnen nach Hause gehen, bis "Americas Next Drag Superstar" feststeht. Aber im Gegensatz zu anderen Shows wirkt diese nicht so, als würde sie die Teilnehmer ausbeuten oder aufeinander hetzen - es geht vielmehr darum, dem Publikum Drag-Erfahrung nahezubringen. Zusätzlich ist die kollektive queere Geschichte, die die Queens vereint, in jeder Szene der Show spürbar und verleiht ihr eine politische und unheimlich berührende Haltung. Diesen Sommer teilte Pro7 übrigens die Info, dass im Winter 2019 eine deutsche Version mit Heidi Klum als Moderatorin ausgestrahlt werden soll. Erste Petitionen gegen diese Wahl gibt es schon - aber nur wegen der Moderatorin.

Bisher gibt's zehn Staffeln bei Netflix.



... und Filme 

Blau ist eine warme Farbe

Adèle ist 15, als sie feststellt, dass sie sich zu Frauen hingezogen fühlt. Sie verliebt sich in die ältere Kunststudentin Emma, die mit ihren blauen Haaren ihr Selbstbewusstsein nach außen trägt. Es scheint alles perfekt und aus einer anfänglichen Affäre entsteht eine ernstzunehmende Beziehung. Aber als Emma Adèle ihrem erlesenen Freundeskreis vorstellt, fühlt die sich zunehmend unwohler. Zudem nimmt Emma wieder Kontakt mit ihrer Ex-Freundin auf und die Beziehung gerät immer weiter ins Wanken...

Pride 

Pride ist eine Kömödie über britische Bergarbeiter, die bei ihrem einjährigen Streik unerwartet von schwulen und lesbischen Aktivisten aus London unterstützt werden. Der britische Film aus dem Jahr 2014 basiert auf tatsächlichen Begebenheiten: 1984 sammelten die Lesbians and Gays Support the Miners, eine Gruppe homosexueller Aktivisten, für streikende Bergleute Geld. Der Film handelt von ungewöhnlichen Konstellationen, außerordentliches Engagement und zunächst misstrauischen Bergarbeitern, die sich wiederum auf der Gay Pride zusammenfinden und ihre Solidarität zeigen. 

Milk

Auch dieser Film beruht auf einer wahren Begebenheit: Als Harvey Milk 1972 mit seinem Lover Scott Smith nach Kalifornien zieht, ändert sich sein Leben radikal. Als erster offen homosexueller Politiker tritt Milk in die Öffentlichkeit und kämpft gegen die Diskriminierung der Schwulen. Während er als Stadtrat von San Francisco zur populären Ikone wird, muss er auch mit Anfeindungen seitens seiner Kollegen fertig werden. In Milk bekommt man es mit einem Helden zu tun, vor dessen Kampfgeist, Mut und auch Humor man selbst noch einiges lernen kann. 

La belle saison - Eine Sommerliebe

Die 23-jährige Delphine will der Engstirnigkeit ihres Heimatdorfes in der französischen Provinz entkommen und zieht 1971 nach Paris. Die Großstadt hält Aufregendes für sie bereit und so trifft sie auf eine Gruppe von Frauenrechtlerinnen. Dort lernt sie schließlich die selbstbewusste Feministin Carole kennen und die beiden Frauen verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Als Delphines Vater erkrankt muss sie auf den von der Familie geführten Bauernhof zurückkehren. Carole beschließt ihr zu Folgen - und ihre Beziehung muss so einige Probleme auffangen. 



... und Dokumentationen 

How to Survive a Plague

In einigen Jahren der 80er und 90er Jahre starben in den USA mehr Menschen an Aids als an anderen Krankheiten - eine Geschichte über die gesprochen werden muss. How to Survive a Plague ist das erste Filmprojekt des Regisseurs David France, der als Journalist jahrelang über AIDS berichtete. Genauer beleuchtet France die bitterlichen Misstände der US-amerikanischen AIDS Politik und den Kampf, den die Organistation Act Up für eine Richtigstellung führte. How to Survive a Plague geht unter die Haut - auch deshalb, weil David France den Film seinem Partner Doug Gould widmete, der 1992 an dem HIV-Virus starb. 

The Celluloid Closet – Gefangen in der Traumfabrik

Der Name der Dokumentation basiert auf dem 1981 erschienenen filmhistorischen Buch The Celluloid Closet  von Vito Russo. Die Regisseure Rob Epstein und Jeffrey Friedman spannen mit ihrer Dokumentation den Bogen über 100 Jahren Filmgeschichte. Genauer dokumentieren sie die Rolle von LGBTQ-Charakteren in Filmen des frühen Hollywoods. Neben tausenden Filmclips vom Stummfilm bis hin zum New Queer Cinema, einer Strömung von vorwiegend amerikanischen Independentfilmen der frühen 1990er Jahre mit queerer Thematik, sprechen außerdem diverse Persönlichkeiten wie Tom Hanks, Whoopi Goldberg, Susan Sarandon und Gore Vidal über ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit LGBT-Charakteren. 

Word is Out: Stories of Some of Our Lives

1977 erschien mit Word is Out der erste Filme über Schwule und Lesben in Amerika zu einer Zeit, in der Menschen nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung mit Diskriminierung, Strafverfolgungen und gesellschaftlicher Ausgrenzung rechnen mussten und ihre Identität meist nur im Verborgenen ausleben konnten. Der Film beinhaltet Interviews mit 26 schwulen Männern und Frauen, die Themen wie das Coming-Out, das Beziehungsleben und die Stigmatisierung behandeln, mit welcher Homosexuelle in den 70er-Jahren der USA zu kämpfen hatten. 

Gendernauts – eine Reise durch das Land der Neuen Geschlechter

Für Gendernauts führte die Regisseurin Monika Treut Interviews mit verschiedenen genderqueeren Künstler*innen in San Francisco. Die Hamburgerin porträtiert anschaulich den Alltag der Hauptfiguren und deren Leben fernab der binären Gender-Identität. Die Menschen wollen sich selbst nicht geschlechtsspezifisch einordnen, weshalb sie auch als "Gendernauten" bezeichnet werden. Monika Treut schafft so eine authentische Darstellung der Trans Community in San Francisco und eröffnet dem Zuschauer einen völlig neuen Blickwinkel.



Alle Tipps in einer Trailer-Playlist:


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