Schwedische Schule führt #MeToo in den Unterricht ein

Schwedische Schule führt #MeToo in den Unterricht ein

Und wieder sind‘s die Skandinavier, die allen voraus sind

Gerade in den Schulen ist ein offener Dialog im Hinblick auf Sexismus und die #MeToo Debatte wichtig: Gerade Jugendlichen fällt es oft schwer, sich mit dem eigenen Körper, der eigenen Sexualität und dem inneren Gefühlschaos auseinander zu setzen - umso schwieriger ist es dann, sich auch noch in das andere Geschlecht hinein zu versetzen.

In sexistischen Sprüchen und Verhalten drücken sich auch Unsicherheit und Fragen über Sexualität aus. "Du Pussy" oder Bezeichnungen wie "Stufenmatratze" tauchen genauso auf jedem Schulhof auf, wie Jungs, die den Mitschülerinnen vermeintlich spielerisch auf den Arsch hauen. "Ist ja nur ein Klaps, ist doch lustig" - nein, einfach nein.

Deswegen ist #MeToo gerade in der Entwicklungsphase besonders wichtig. 

Die Tullbroskolan-Schule in Falkenberg im Süden von Schweden hat nun den ersten Schritt getan und die Debatte mit in den Lehrplan aufgenommen.

Begonnen haben die Lehrer*innen 2017 mit Gruppen aus 13- bis 15-Jährigen, 2018 ging es dann mit 16-Jährigen weiter. In nach Geschlechtern getrennten Diskussionsrunden wird unter anderem über Geschlechternormen und sexuelle Belästigung gesprochen.

Die Resonanz war umfassend super

Viele Schüler*innen haben ihr eigenes Verhalten überhaupt nicht kritisch wahrgenommen und wurden durch den Workshop sensibilisiert. Etwas als "schwul" zu bezeichnen ist Alltag in heutigen Klassenzimmern und viele vergessen, wie viel Kraft Wörter haben können und was diese Aussagen eigentlich wiederspiegeln.

Auffällig war, dass gerade die Jungen auch versuchten, sich als Opfer darzustellen – und erstmal die Debatte richtig verstehen mussten. Gleichzeitig sollten sie sich nicht ständig wie Buhmänner fühlen, sondern lernen wie eine gleichberechtigte Gesellschaft überhaupt aussehen kann.



Die #MeToo-Bewegung selbst ist 2017 aufgekommen - eine Sexismus-Debatte zu führen und für das Thema zu sensibilisieren, ist aber nach wie vor enorm wichtig. 

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